Medienmitteilung Podiumsgespräch 15. Mai 2018

Medienmitteilung

 

18.05.2018

 

 

 

Podiumsdiskussion


„Die beste Sterbehilfe ist die Lebenshilfe“

 

„Ars Moriendi – die Kunst zu sterben“, unter diesem Titel fanden sich am Dienstag, 15. Mai, 120 Personen zu einer Podiumsdiskussion im Gemeindesaal Bubendorf ein. In dem facettenreichen Gespräch wurde deutlich, dass es durchaus Aspekte gibt, die im Sterben einen Unterschied machen.

 

Zum ersten Mal organisierten die Kirchgemeinden Lausen und Bubendorf-Ramlinsburg eine gemeinsame Podiumsdiskussion. Mit den 120 Besuchern im Gemeindesaal Bubendorf wurden die Erwartungen gleich bei der Premiere übertroffen. Das Thema des Abends: „Ars Moriendi – die Kunst zu Sterben“, hatte daran wohl einen grossen Anteil. Die, im Einladungstext gestellte Frage, ob der Tod heute eher an den Rand gedrängt wird, oder die Menschen mehr denn je beschäftigt, schien damit bereits beantwortet.  

 

Die Podiumsrunde ging im Wesentlichen der Frage nach, ob, oder wie sich der Mensch auf seinen Tod vorbereiten kann. „Gibt es ein ‚gutes Sterben‘?“, wollte Moderator Samuel Rink (Autor und Journalist aus Basel) gleich sehr direkt von seinen vier Gästen wissen. Dr. Jan Gärtner, Oberarzt des Palliativzentrums Hildegard Basel nannte zwei Punkte: „Einmal gehört dazu, überhaupt sterben zu dürfen.“ Angesichts langwieriger und leidvoller Therapiemassnahmen, die oft ohne Aussicht auf Heilung durchgeführt würden, sei das nicht selbstverständlich. Andererseits komme es auch auf den Patienten selbst an: „Wer es schafft, den Tod zuzulassen, hat schon viel gewonnen“, meinte Gärtner.

 

Die Liestaler Pfarrerin Ulrike Bittner brachte den biografischen Aspekt ein: „Wer im Leben das eigene Mass gefunden hat, wer in sich selbst hineingewachsen ist und keine Verlustbilanz zieht, der hat es auch im Sterben gut.“ Das ergänzte Matthias Brefin, ebenfalls Pfarrer und ehemaliger Spitalseelsorger, indem er die bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross zitierte: „Die beste Sterbehilfe ist Lebenshilfe. Man lernt das ganze Leben lang, zu sterben und zu leben.“ Hilfreich könnten im Sterbeprozess auch Rituale sein, etwa den Sterbenden einen Segen zuzusprechen.

 

Seelsorgerin Annemarie von Allmen Kromer, die besonders Jugendliche in der Trauer begleitet, erlebt am Sterbebett häufig eine grosse Hilf- und eine Sprachlosigkeit. „Der Tod ist immer noch ein Tabuthema“, hielt von Allmen fest, dabei sei es enorm hilfreich, darüber zu reden. Sie rief dazu auf,  ein offenes Ohr zu haben, Sterbende zu besuchen und das Leiden mit ihnen auszuhalten. Pfarrer Hardy Meyer (Lausen) hatte in seinem Eingangswort erklärt: „Es soll nichts Abschliessendes sein, aber hoffentlich Aufschliessendes, Anregendes, Vertiefendes, Weiterführendes.“ Dieses Ziel hat der Abend erreicht. Viele Besucher standen im Anschluss noch lange bei dem reichhaltigen Apéro und führten die Gespräche fort.

 

(Text: Christof Bauernfeind)

 

 

 

Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:

 

Pfarrer Hardy Meyer (Lausen) |Tel 061 921 58 65 | www.kirchelausen.ch

 

Pfarrer Daniel Meichtry (Bubendorf) | Tel 061 931 28 06 | www.ref-bura.ch

 

Amtsanzeiger

Nächste Anlässe

Online

Tageslosung

ConneXion Jugendgottesdienst

Hier gibt's Einblicke in die ConneXion-Arbeit.

weiterschauen...

Reformation